Traditionelle Regeln

Das tiefgründige und wahre Wissen des WING-CHUN wurde und wird in China sehr hoch geachtet und mit großer Ehrfurcht behandelt. Das wirkliche Wissen des Systems wurde ausschließlich von Generation zu Generation, oftmals nur einem ausgewählten und geheimen Kreis, übermittelt. Somit wird verständlich, das gewisse Verhaltensnormen der Schüler Grundsatz des Unterrichts sein müssen:

  1. Der WING-CHUN Meister bevorzugt die traditionelle Art der Weitergabe seiner Kunst. Für den persönlichen Fortschritt ist es hilfreich sich darauf einzustellen, dass die didaktische Lehrmethode von der vertrauten westlichen Sichtweise der Wissensvermittlung abweichen kann.
  2. Fragen und ernsthafte Bemerkungen sollten erste am Ende der Unterrichtsheinheit oder aber nach Aufforderung gestellt werden. Es gilt als äußerst unhhöflich und als Zeichen des mangelnden Respekts gegenüber dem Meister, ihn während des Unterrichts zu unterbrechen.
  3. Fragen und Diskussionen während des Unterrichts unter den Schülern müssen ebenso vermieden werden, um die Aufmerksamkeit zu gewährleisten und die Verletzungsgefahr zu minimieren.
  4. Korrektes Verhalten beginnt mit den richtigen Umgangsformen, worunter auch die Anrede des Meisters und seinen Lehrern gilt. Einen Meister mit seinem Namen anzusprechen gilt nach den traditionellen Regeln als äußert unhöflich, gar als respektslos. Daher muss dieser mit MEISTER oder SIFU, seine Lehrer mit SIHING angesprochen werden.
  5. Als Zeichen des Respekts gegenüber dem Meister und der Tradition, die er respektiert, wird er durch eine klassische Geste begrüßt. Diese ist jeweils beim Betreten und Verlassen der Unterrichtsstätte, zu Beginn und am Ende des Unterrichts, sowie nach jeder Korrektur üblich.